Der
Meiler
Der Rohstoff Holz wird durch die im Meiler herrschenden hohen Temperaturen
in seine Bestandteile zerlegt, so dass der Kohlenstoff frei wird.
Man spricht von trockener Destillation. Durch das fachkundige Öffnen
und Schließen der Luftlöcher wird das Verbrennen des Holzes verhindert
werden. Zu Beginn verdampft vor allem der Wasseranteil. Steigt die
Temperatur weiter an, so verflüchten sich die gasförmigen Holzbestandteile.
Aus 100 kg Holz können bis zu 20 kg Holzkohle gewonnen werden. Aus
einem Festmeter Holz können ca. 250 kg Holzkohle erwartet werden.
Der Holzkohlenmeiler
wird auf ebener Erde errichtet. Der Bau beginnt in der Mitte mit
einem Schacht, der aus einigen Stangen gebildet wird, die senkrecht
in den Boden gelassen und miteinander verbunden werden. Rundherum
wird dann sorgsam das Holz aufgeschichtet, aus der die Holzkohle
entstehen soll. Die Holzstücke sind etwa einen Meter lang und bis
etwa 12 Zentimeter dick, vorwiegend aus Buchenholz.

Darüber
kommt das "Dach", eine Schicht aus Laub oder Stroh oder Heu. Das
Ganze wird mit Erde abgedeckt um den Meiler luftdicht abzuschließen.
Sind
diese Arbeiten abgeschlossen, kann der Meiler entzündet werden.
Durch den Schacht wird der fertige Meiler entzündet indem der Köhler
glühende Holzkohle hineinschüttet. In den ersten Tagen wird in den
Schacht laufend
trockenes Holz und glühende Holzkohle nachgegeben, so dass der Schacht
immer bis oben gefüllt ist. Die Verbrennung regelt der Köhler indem
er rundum kleine Löcher in die Erdhülle sticht oder sie wieder verschließt.
Die Farbe es Rauches gibt ihm Auskunft über die Verkohlung - bläulicher
Rauch deutet auf zu viel Sauerstoff hin. Im Laufe des Verkohlungsprozesses
schrumpft der Meiler auf etwa ein Drittel seiner ursprünglichen
Größe. Um unnötige Hohlräume zu schließen, schlägt der Köhler mit
einem Stampfer, immer wieder von oben auf das Dach. Der Köhler hält
sich Tag und Nacht bei seinem Meiler auf. Mindestens alle drei Stunden
sind Kontroll- und Regulierungsmaßnahmen erforderlich. Der Gesamte
Prozess, von Aufbau bis zum Löschen des Meilers und Ernte der Kohle
dauert je nach Größe des Meilers ca. zwei bis vier Wochen. Ist die
Kohle fertig, wird der Meiler Stück für Stück abgedeckt und die
Kohle Schicht für Schicht mit einer Heu- oder Mistgabel mit nach
unten gebogenen Zinken, nach außen, rund um den Meiler geharkt.

Dabei
müssen laufend kleine Löscharbeiten mit Wasser durchgeführt werden,
damit die stellenweise noch glühende Kohle nicht verbrennt.
Die heiße Kohle kühlt in den Metallkisten, die mit Holzkohlestaub
abgedeckt werden ab, so dass die Aufnahme von Luftfeuchtigkeit verhindert
wird und dem Kunden eine gute Holzkohle zur Verfügung steht.



